GRUPPEN-AUSSTELLUNG "KUNST:STOFF"

Zu Gast: Kunstverein UNZONE

12. September- 9. Oktober

Kunst-Arbeiten des vorangehenden Symposiums des Kunstverein UNZONE in Kiefersfelden

James Clay / Bussi Buhs / Hannes Seebacher / Toni Stegmayer / Katja Duftner / Josef Huber / Albin Majcenovic / Sieglinde MacGregor / Barbara Fuchs / Gabriele Nepo-Stieldorf / Gregor Pokorny / Hilde Prinz / Renate Seidel / Rina Treml / Nina Wechner / Angela Wechner


KUNST IM SCHAU : FENSTER

Twinset
Christine Mich
Germana Reindl

Objekte, Skulpturen, Bilder
zum Thema
Welt der Frau

Eröffnung: Di, 14. Juli
18:00 Uhr
einleitende Worte von Werner Richter

Zu sehen bis 31.August /
Öffnungszeiten bis 31.8.- Fr,16-18.30 Sa 10.30-13h

Zeitgleich
Kinderausstellung der Werke
des KIK-Kunst-Sommerprogramms


neue Stadtgalerie dia:log öffnet nach Corona- Lockdown mit interessanter Ausstellung zum Thema „Wir ernten, was wir säen /sehen“

Seit Anfang Februar existiert in Kufstein eine neue Galerie –Stadtgalerie dia:log – Plattform für zeitgenössische Kunst-

Die Galerie wird betrieben von einem Team von Künstlern mit regelmäßigem Ausstellungsprogramm, gefördert von Stadt, Land und privaten Sponsoren.
Nach einem sehr erfolgreichen Start mit großem Publikumsinteresse musste die Galerie nach der 2. Vernissage ihre Pforten coronabedingt schließen.
Um den Hunger auf Kunst wieder zu stillen, folgt am 13.Juni der Neustart:
Die Thematik, global und gesellschaftlich sehr relevant, wurde von Kunstkollektiv Wildwuchs, einer heimischen Künstlergruppe inszeniert.
Die Aktualität von Ursache und Wirkung im gesellschaftlichen und globalen Geschehen ,aber auch im ganz persönlichen, mit Kunst- Interventionen sichtbar zu machen ,ist die Intention des diesjährigen internationalen Kunstprojekts von K.K. Wildwuchs ,das an unterschiedlichen Standorten wie Frankreich- Toulouse (Symposium -nun verschoben auf Herbst) ,sowie Ende Juni in der Galerie A4 in Innsbruck, bei einem Symposium im Haus der Begegnung- Innsbruck , Galerie Zwischenraum in Wien stattfinden wird.
In der Galerie in Kufstein sind nun Werke von fünf Tiroler Künstlern zu sehen.
Zwei davon, Michaela und Walter Meissl leben und arbeiten seit Jahrzehnten in Wien. Walter Meissl, ein Multitalent- studierter Philosoph und Schriftsteller, aber auch bildender Künstler, auch in Innsbruck schon zu sehen, zeigt neue Objekte, wird aber auch eine Lesung abhalten.
Michaela Meissl, bekannt als Keramikkünstlerin, in Japan ausgebildet.
Weiters Hermann Graber, ein in Tirol bekannter Aktionist und Dadaist.
Erich Ruprechter- Bildhauer und Biobauer, der in Großskulpturen und Installationen das Landleben konterkariert
Leo de Romedis –Künstler aus Kössen – der dort Kunst aus Müll, aus einer ehemaligen Deponie, zum allgemeinen Thema gemacht hat mit einem internationalen Kunstsymposium, die Ergebnisse nunmehr in dem Skulpturenweg Transformationen verewigt.
Diese unterschiedlichen Positionen versprechen einen vielfältigen Zugang.

Aufmuntern werden bei der Eröffnung, die im Freien am Vorplatz der Galerie stattfinden wird, die schräge Südtiroler Formation „Plunder +Krempl“ mit Dudelsack+ Trommel vom Vordach der Galerie. Anschließend liest dort Walter Meissl aus einem aktuellen Text.


AUSSTELLUNG
VERLUST : ANZEIGE Der weibliche Aspekt

VERNISSAGE SA 7. MÄRZ - 19h

Eröffnung - GR Mag. KARIN ESCHELMÜLLER
Worte zum Thema - Mag. ELISABETH LEHMANN/ EVITA Frauenberatung
Einführung - GERLINDE RICHTER-LICHTBLAU
Performance - GERTRAUD KAPFINGER
Musik - LAMPADAIRE – Songs aus Frankreich

 

FINISSAGE FR 3. APRIL – 19h

Kurz-Filme +Performance
URSULA BEILER, KATJA DUFTNER, STEFANIE SALZBURGER, SIEGLINDE RÖSCH, SARAH ENODEH, INA LUTTINGER, NADA DIETEL, JOHANNA MUMELTER, ANGELA LACKNER Stadtgalerie dia:log - Kinkstrasse 5 - Kufstein


AUSSTELLUNG

Prof. Luise Clay
Visueller Dialog mit ehemaligen Schüler*innen

Ricarda Denzer, Norbert Steiner, Bernhard Lochmann, James Clay, Nikolaus Schletterer, Werner Richter, Christiane Erharter, Gerlinde Richter-Lichtblau, Maria Vill, Margareta Langer, Stephan Obergemeiner, Kurt Härting

 

VERNISSAGE - Dienstag, 4. Februar – 19 h

Kulturlandesrätin Dr. Beate Palfrader
Bürgermeister Mag. Martin Krumschnabel
Kulturreferent Mag. Dr. Klaus Reitberger
Vereins-Obmann Werner Richter

 

FINISSAGE - Samstag, 29.Februar - 18 h

„et lux perpetua luceat eis“ – Jürgen Plich spielt Mozart am Piano
Galerie DIA:LOG - Kinkstrasse 5 - Kufstein
Öffnungszeiten: Mo-FR-17-19 h /Sa 11-13 h

 

Zur Ausstellung „Augenhöhe – Prof. Luise Clay im visuellen Dialog mit ehemaligen Schüler*innen“ in der Kufsteiner Galerie dia:log

Luise Clay feierte letzten Sommer ihren 95. Geburtstag. Ihr künstlerisches Schaffen steht von 5. bis 29. Februar 2020 im Mittelpunkt der Eröffnungsausstellung in der neuen Kufsteiner Galerie dia:log. Auf Augenhöhe und im visuellen Dialog mit Kunstwerken einiger ihrer ehemaligen Schüler*innen, die sie im Kufsteiner Gymnasium unterrichtete, zeigt Clay ihr Werk - Malereien aus allen Schaffensperioden. Die aktuelle Schau ist umso bemerkenswerter als Luise Clay nie viel Wert darauflegte, ihre Kunst in Ausstellungen zu präsentieren und auch ihren Schüler*innen nie ihre eigenen Bilder zeigte.

Kosmopolitin aus Tirol
Clay wurde 1924 in Westendorf im Brixental geboren und ging nach dem Ende des zweiten Weltkrieges nach Wien. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Albert Paris Gütersloh, dem Begründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Clays Lebenslauf ist in vielerlei Hinsicht beachtlich, war es doch zu dieser Zeit nicht alltäglich, dass Frauen aus einem kleinen Tiroler Dorf nach Wien gingen oder ein Studium an einer Universität aufnahmen und noch weniger, dass Frauen Kunst studierten. In ihrer Wiener Zeit prägte Clay besonders das Studium des Abendaktes bei Herbert Boeckl an der Akademie, weil sie dort mit Kollegen wie Wolfgang Hutter, Anton Lehmden, Ernst Fuchs, Helmut Leherbauer und anderen in Kontakt kam und sich austauschen konnte.

Dort lernte sie auch ihren späteren Mann kennen, ein US-Amerikaner, der als Gasthörer an der Akademie studierte. Es folgte die gemeinsame Übersiedlung in die USA, wo Clay bis in die späten 1950er Jahre in Santa Monica in Kalifornien lebte. In der Filmmetropole traf sie einmal zufällig Marlon Brando auf der Straße und erlebte 1955 den Tod von James Dean. Die Lässigkeit des Californian Way of Life war immer in ihrer Person spürbar und, wie ich meine, auch in ihrem Schaffen.

Es kam zur Rückübersiedlung nach Österreich, wo sie sich in Niederndorf bei Kufstein niederließ und ihre drei Kinder großzog. Ab 1967 bis zu ihrer Pensionierung 1989 unterrichtete sie Kunst im Gymnasium in Kufstein und prägte somit einige Generationen von Kufsteiner Schüler*innen. Viele von ihnen brachte sie zum ersten Mal in Kontakt mit moderner Kunst. Clay lebt in Niederndorf und ist nach wie vor künstlerisch tätig. Sie nahm nur an wenigen Ausstellungen teil und zeigte ihre Bilder auch nie ihren Schüler*innen. Das wird von manchen durchaus kritisch bemerkt, hätte es doch für die persönliche künstlerische Entwicklung hilfreich sein können, Bilder der Professorin zu kennen. Umso exzeptioneller ist nun diese Ausstellung, die zum ersten Mal Luises Clays malerisches Werk in diesem Umfang präsentiert. Gezeigt werden rund fünfzig abstrakte und informelle Bilder von den 1950er bis in die 2000er Jahre sowie ein Lichtobjekt. 22 Malereien und Collagen an der Wand im Erdgeschoss gegenüber vom Eingang erzählen eine Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts - vom Impressionismus zum Expressionismus über die Avantgarden bis zur Abstraktion und Informel - erlebt und geschaffen von einer Künstlerin. Inhaltlich bestimmen ihre Arbeiten die Auseinandersetzung mit Natur und Religion oder dem Menschsein an sich. Oft zeichnen sich die Bilder durch eine ironische aber nie unpersönliche Distanz aus, allen inne ist Humor. Dieser Umstand ist auch auf die Verwendung verschiedener Materialien wie Stoff- und Papierfetzen, Holz, Karton und Abfall zurückzuführen. Die kunsthistorische Bedeutung ihres Werkes muss erst bewertet werden und es ist zu wünschen, dass eine Einordnung rasch geschieht. Als Zeichenlehrerin in der Unterstufe im Gymnasium erinnere ich mich an Clay als lebhafte Person, an ihre Erscheinung mit dem spezifischen leicht vornüber gebeugten Gang und den hinter dem Rücken verschränkten Händen mit dem Schlüsselbund. Ihr Unterricht war regellos und von freier Kreativität geprägt. Diese Freiheit konnten nicht alle nutzen, es war oft laut und chaotisch.

Visueller Dialog In der Ausstellung treten Clays Arbeiten in einen visuellen Dialog mit den Werken zwölf ehemaliger Schüler*innen, heute Personen, die als Künstler*innen oder im künstlerischen Feld tätig sind, einige von ihnen wiederum als Lehrende. Zwei nehmen direkten Bezug auf Arbeiten von Clay:

Werner Richter ist Künstler und Aktivist, er ist Initiator und Mitbegründer der Galerie dia:log – Plattform für bildende Kunst Kufstein und lebt nach vielen Jahren im Ausland wieder in Kufstein. Der Ausgangspunkt seiner Auseinandersetzung ist Clays Judasbild. Dieses stammt noch aus ihrer Studienzeit und kann als Verweis auf den phantastischen Realismus gesehen werden kann. Richter stellt Clays Judas zwei Jünger zur Seite und zeigt eine Reihe weiterer Bilder und Pop-ups als Installation im Schaufenster, sowie interaktive Cut-Outs im Obergeschoss.

Norbert Steiner ist Architekt in Wien, sein Büro realisiert auch Gemeinschaftsprojekte für und mit Künstlern. Er zeigt eine großformatige von Blautönen dominierte Unterwasserfotografie eines Haies. Diesem im Italienischen „pescecane“, also Fischhund genannten, hängt er Clays vergoldeten Hühnerknochen vor die Nase. Steiner präsentiert im Stiegenhaus auch großformatige S/W-Fotografien seiner begehbaren Skulptur „Capella Verticale“, die er 2006 nahe Niederndorf realisieren konnte: eine Kapelle aus Beton, die zur inneren Einkehr nur jeweils von einer Person benutzt werden kann. James Clay ist Bildhauer und experimenteller Animationsfilmemacher, er lebt in Niederndorf, auch er ist Mitbegründer der Galerie dia:log. Er zeigt eine Serie liegender, geometrisch angeordneter Keramikreliefe, die imaginierte Planetenlandschaften darstellen, darunter Mars und Jupiter; und auch Collagen aus Fotokopieresten, die durch das Schwarzweiß wiederum den Eindruck eines Reliefs erwecken.

Nikolaus Schletterer ist Künstler und Bildanalyst. Er lebt nach vielen Jahren in Innsbruck wieder in Kufstein und arbeitet seit geraumer Zeit im Medium Fotografie. Er beschäftigt sich mit der Bilderflut im digitalen Zeitalter und setzt sich mit Fragen auseinander, wie Bilder unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit beeinflussen und konstruieren. Er zeigt eine Satellitenansicht einer Karte von Teheran und ein serielles Bild von Augen, einem unserer wichtigsten Wahrnehmungsinstrumente.

Auch Gerlinde Richter-Lichtblau lebt wieder in Kufstein und ist Initiatorin und Mitbegründerin der Galerie dia:log. Die Künstlerin setzt sich in ihren Fotografien mit Wahrnehmungsstrukturen auseinander und zeigt Fotografien des Mediums Wasser im Fenster im Erdgeschoss, sowie Fotodrucke von Steinen im ersten Stock.

Bernhard Lochmann ist Künstler in Salzburg und unterrichtet am Mozarteum. Er arbeitet intensiv mit Graphik und Druckgraphik, die Themen für seine Werke bezieht er aus der Pop- und Alltagskultur. Er zeigt Collagen und Zeichnungen auf beiden Ebenen der Galerie.

Maria Vill lebt als Konzeptkünstlerin in Innsbruck und Amsterdam und zeigt Zeichnungen einer A-Variation. Vill beschäftigt sich in ihrem Schaffen ausschließlich mit dem Buchstaben A. Dieses A steht immer auch für Anfang. Variationen davon werden in selbstauferlegter Beschränkung nur in Schwarzweiß ausführt.

Die in Wien lebende Künstlerin Ricarda Denzer, sie unterrichtet an der Universität für Angewandte Kunst Wien, zeigt eine multimediale Installation. Sie setzt sich in ihrem Werk mit Erzählformen auseinander und stellt hier auch biografische Bezüge her. Im Zentrum ihrer Auseinandersetzung steht nicht was erzählt wird sondern wie erzählt wird.

Nach Clays Pensionierung 1989 folgten ihr als Kunstpädagog*innen im Gymnasium Kufstein unter anderem Stephan Obergmeiner und später auch Margaretha Langer nach.

Stephan Obergmeiner, auch er ist Mitbegründer der Galerie dia:log, war ab 1989 mein Kunstlehrer und ein wichtiger Vermittler moderner und zeitgenössischer Kunst. Er übernahm bald die Leitung des Darstellenden Spiels im Gymnasium. In dieser Funktion entwirft er alle Bühnenbilder und Kostüme. Er zeigt eine umfangreiche Dokumentation dieser Bühnenbilder im Obergeschoss.

Margaretha Langer beschäftigt sich mit Kunst und Ökologie, sie arbeitet auch immer wieder direkt in der Natur im Medium der Land Art. Sie zeigt Kleidungsobjekte aus geflochtenem Gras angelehnt an die Kleidung von Ötzi.

Kurt Härting arbeitet als Fotograf in Kufstein und ist spezialisiert auf Architekturfotografie. Er zeigt ein Wolkendiorama im Obergeschoss.

Christiane Erharter lebt in Wien und ist Kuratorin für Community Outreach im Belvedere 21. Sie zeigt die Weiterentwicklung einer kultursoziologischen Arbeit von 1997. Stephan Obergmeiner lud sie damals zu einer Ausstellung in die ehemalige Kufsteiner Inngalerie am Arkadenplatz ein. Für dieses Projekt führte sie Interviews mit acht Menschen aus Kufstein über das Thema Weggehen. In einem weiteren Schritt, wurden die Interviews transkribiert und können in einem Heft nachgelesen werden.

(Christiane Erharter im Februar 2020)